Sport in Rockenhausen seit über 125 Jahren...

Historie

Historie und Entstehung der VT Rockenhausen

Juli 1885:

Über die Ortsschelle wurde verkündet, dass an demselben Abend in der Wirtschaft Jakob Vögeli eine Versammlung zwecks Gründung des Turnvereins stattfinde. An diesem Abend wurde der "Turn-Klub Rockenhausen" gegründet. Zum 1. Vorsitzenden wurde der Lehrer Klein gewählt.

Im Jahre 1886 beteiligten sich die Turner mit einer 10 Mann starken Riege am Stiftungsfest des Turnvereins Kaiserslautern im Einzel- Vereinswettturnen und kamen mit einem dritten Preis gekrönt nach Hause.

In den ersten Jahrzehnten wurde auf dem Gelände des alten Friedhofs zunächst allabendlich geturnt. Auch die Säle der Wirtschaften dienten in den Wintermonaten bei schlechtem Wetter dem Übungsbetrieb.

1898 wurde die alte Scheune bei dem Schulhaus in der Parkstraße zu einer Turnhalle ausgebaut und den Turners unentgeltlich zur Verfügung gestellt. (Heute ist dies das Gebäude der Sonderschule).

Am 23. Mai 1902 wurde ein zweiter Verein, der "Turnverein Rockenhausen" gegründet. Und am Ende des Jahres hatte der Verein bereits 53 Mitglieder, 29 "Zöglinge" nahmen aktiv am Turnen teil.

Ein großer Schritt bedeutete für den Turnverein Rockenhausen die Anschaffung eines Ackers für Turn- und Spielzwecke auf dem Reinhards von Phillip Burkhardt für 1.600 Mark. Dieser Betrag bedeutete eine große finanzielle Belastung, deshalb beschloss die Hautversammlung Anteilscheine in Höhe von fünf Mark an die Mitglieder zu verkaufen. In der Folgezeit wurden dann diese Anteilscheine eingelöst bzw. von den Mitgliedern dem Verein geschenkt. Mit großem Elan gingen damals die Turnbrüder an die Herrichtung des Turnplatzes. In Eigenarbeit wurde er eingeebnet, mit Bäumen bepflanzt, eingefriedet und so wurde eine Heimstatt der Turner geschaffen. Die erste große festliche Veranstaltung des Turnvereins in Rockenhausen war die Einweihung des Turn- und Spielplatzes, verbunden mit der Standartenweihe am 03. Juli 1904.

1913 wird ein denkwürdiges in der Geschichte der beiden Turnvereine. Der Turnklub, gegründet 1885 und der Turnverein, gegründet 1902 fusionieren am 15. Dezember 1913 zu einem neuen Verein, der Vereinigten Turnerschaft Rockenhausen.

Im Laufe der Jahre wurde der Wunsch, eine eigene Halle zu besitzen, immer größer. Man brachte in Erfahrung, dass auf der Wahner Heide bei Bonn eine Reithalle mit einer Flächenausdehnung von 40 x 20 m zu verkaufen sei. Wahrscheinlich im September 1926 wurde der Beschluss zum Erwerb der Reithalle gefasst. Der Kaufpreis betrug 2.600 Mark. Nach den Plänen des 2. Vorsitzenden, Herrn Bezirksbaumeister Arnold, wurde diese Reithalle zu einer Turn- und Festhalle umgebaut.

An Ausbaukosten mussten 65.000 Mark aufgebracht werden. Zur Finanzierung der Halle wurden an die Mitglieder Anteilscheine im Wert von 20,50 und 100 Mark ausgegeben. Durch äußerste Sparsamkeit konnten jedes Jahr in der Hauptversammlung eine Anzahl Anteilscheine ausgelöst werden, so dass kurz vor dem Ausbruch des 2. Weltkrieges die dem Verein aufgeladene große Verbindlichkeit fast getilgt war.

Die Aufwärtsentwicklung der Vereinigten Turnerschaft hielt an. Ausdruck dafür ist die zahlenmäßig starke Vertretung der aktiven Teilnehmer an den Deutschen Turnfesten 1928 in Köln uns 1933 in Stuttgart.

Während des Krieges ruhte der Turnbetrieb. Viele aktive Turner wurden zum Militär eingezogen und die Turnhalle wurde durch die Truppen in Anspruch genommen. Sie diente für sie als Unterkunft und einer Firma als Werkstätte zur Produktion von Heereslieferungen.

Nach der Kapitulation wurde die Turnhalle von den Besatzungsmächten beschlagnahmt und u. a. als Reparaturwerkstätte benutzt. Sie befand sich in einem trostlosen Zustand. Der Fußboden war total zerstört, die Turngeräte und das sonstige Inventar fehlten.

Erst 1950 war es möglich, an eine Neugründung des Vereins zu denken.
Am 13. März 1950 fand eine Gründungsversammlung statt und Herr Peter Arnold wurde zum 1.Vorsitzenden gewählt.
Am 28. März 1950 wurde der Verein durch eine französische Urkunde vom "Delegue du Commissaire" und dem Landrat zugelassen. Damit waren die Voraussetzungen geschaffen, um beim Provinzialamt für beschlagnahmte Vermögen in Landau einen Antrag auf Rückgabe des Vereinsvermögens zu stellen.

1951 konnte nach den ersten notwendigen Reparaturen und Anschaffungen das 1. Herbstfest in der Turnhalle stattfinden.

1955 wurde die Tischtennisabteilung des Vereins aufgelöst
1956 wurde erstmals ein Vereinsehrenzeichen geschaffen und an verdiente Mitglieder ausgegeben.
1958 nahmen 10 aktive Vereinsmitglieder am Deutschen Turnfest in München teil. Sechs davon wurden mit dem Eichenkranz ausgezeichnet.

1959 wurde die Ausrichtung der Gaukunstturnmeisterschaften und des Kreisturnfestes der VTR übertragen.

1961 verloren die Turner einen Vergleichskampf gegen die TG Mutterstadt nur sehr knapp.

In den folgenden Jahren geriet das Turnen in eine Krise. Die Zahl der aktiven Turner und der Schülerabteilungen nahm ständig ab. Dagegen erlebte die Prellballabteilung eine Blütezeit.

1965 feierte die VTR ihr 80-jähriges Bestehen.

Zu Beginn der 70er Jahre wurden u. a. die Basketballabteilung, die Badmintonabteilung, die Seniorenriegen und die Männergymnastikgruppegegründet.

1972 wurde das Gauturnfest mit rund 1000 TeilnehmerInnen ausgerichtet. Damals warf ein Jugendlicher Namens Hans-Peter Briegel (viele Jahre später war er ein bedeutender Fußball-Nationalspieler) mit 66,25 Meter einen Deutschen Rekord im Schleuderball.

Zu Beginn der 80er Jahre musste die VTR den Austritt der Basketballabteilung verkraften.
Ein deutlicher Aufschwung in den anderen Abteilungen war jedoch deutliche spürbar.
In dieser Zeit wurde auch das "Nordpfälzer Leichtathletik - Sportfest" aus der Taufe gehoben.

1982 wurde das Gaukindertreffen ausgerichtet,1983 fanden die Rheinland-Pfalz-Meisterschaften in der Rhythmischen Sportgymnastik in Rockenhausen statt.

1985 feierte die VTR ihr 100 jähriges Bestehen mit einem entsprechenden Festakt.

Bis zum heutigen Tage kann die VTR stolz auf ein lebendige und engagiertes Vereinsleben zurückblicken.

Es werden nach wie vor - neben dem umfangreichen Übungsbetrieb - auch weiter Veranstaltungen, die für die Vereinskasse unerlässlich sind, durchgeführt.

2006 Am 31.12.2006 waren 913 Mitglieder (544 weibliche und 369 männliche) dem Verein zugehörig.

22 Übungsleiterinnen und Übungsleiter sowie eine große Anzahl von Helferinnen und Helfer sorgen dafür, dass wöchentlich 28 Übungstermine in den verschiedenen Gruppen angeboten werden können. Das entspricht ca. 1.050 Übungsterminen im Jahr, wovon ca. 550 Termine in der vereinseigenen VTR-Turnhalle durchgeführt werden.

2007 In der Saison 2006/2007 nahmen die VTR'ler letztmalig an der Verbandsrunde des Badmintonverbandes Rheinhessen-Pfalz (BVRP) teil. Die Saison wurde auf dem 5. Tabellenplatz der A-Klasse West abgeschlossen. Schon vor Saisonende zeichnet sich ab, dass dies die letzte Teilnahme einer aktiven Mannschaft am Spielbetrieb des BVRPs ist. Badminton wird von nun an in einer Hobbygruppe ausgeübt.

2010 feierte die VTR ihr 125 jähriges Bestehen mit einem entsprechenden Festakt.

2011 zählt der Verein 749 Mitglieder.

2015 feiert die VTR ihr 130 jähriges Bestehen. Die VTR-Halle ist für rund 6 Monate gesperrt. Das Hallendach muss über eine Länge von 11m komplett saniert werden. Eine große finanzielle Belastung für den Verein. Zuschüsse ermöglichen den Umbau,

2018 wurde das Dach zu 2/3 saniert. Ebenfalls wurden in der VTR-Halle zahlreiche Renovierungsarbeiten vorgenommen. Nun finden in der Halle Konzerte der Gesangvereinskapelle Rockenhausen, sowie der Stadt Rockenhausen statt.